Türkis – blauer Erfolg: Endlich genug Köche und Spargelstecher aus der ganzen Welt!

von | 20.04.2019 | Liste Niederösterreich

Die politische Aufmerksamkeit währte nur kurz. Typisch zu Beginn der Osterferien hat die Bundesregierung ihre Verordnung für mehr befristete Arbeitskräfte aus Ländern außerhalb der EU in Begutachtung geschickt. Mehr der in Tourismus und Landwirtschaft „händeringend gesuchten“ Kräfte sollen demnach künftig kommen dürfen.

Die Wirtschaftskammer jubelt, die Gewerkschaft bemängelt „Lohndumping“ und merkt an, dass es keine gute Idee ist, den österreichischen Arbeitsmarkt für Billigarbeitskräfte aus Drittstaaten immer weiter zu öffnen. Das war`s auch schon – und weg ist das Thema.

Es ist immer dasselbe Muster: Während die Türkisen konsequent und zielstrebig die Tatsachen schaffen, die ihre Unterstützer verlangen, darf die FPÖ ihre Wählerschaft mit provokanten Sprüchen und Pseudopolitik bei Laune halten. Die Empörung der selbsternannten Moralisten ist (richtig) kalkuliert und Teil der Rechnung.

Übrig aber bleibt: Die Reduzierung des Stundenlohns für Asylberechtigte auf Euro 1,50 oder die Umbenennung Traiskirchens in ein „Ausreisezentrum“ haben wenig praktische Wirkung. Die Öffnung der Billiglohnbranchen für „Saisonniers“ aus Afghanistan oder Syrien dagegen schon.

Und übrigens: Dass die Arbeitserlaubnis (vorerst) befristet ist, kann nicht trösten. Wer will, erinnert sich, dass auch für die damals sogenannten Gastarbeiter anfangs ein Rotationsprinzip gegolten hat. Selbstverständlich konnte das auf Dauer nicht gehalten werden. Mit dem Hinweis, dass man die Leute nicht genau dann, wenn sie sich eingearbeitet hatten, austauschen solle, wurden unbefristete Arbeitsgenehmigungen verlangt und durchgesetzt. Aus Gastarbeitern waren Migranten geworden. Wetten, dass es diesmal nicht anders kommt.

Die richtige Frage wäre dagegen: Wie können notwendige, zur Zeit aber nicht „marktfähige“ Tätigkeiten organisiert werden? Darüber wird nun nicht einmal gesprochen.

Pin It on Pinterest